Theater leistet Widerstand-Schüler leisten Widerstand

Im Zusammenhang mit der Theaterproduktion ? Die Welle-Ein Experiment? wurden zwei Ausstellungen nach Bremen geholt, die sich mit der Prävention gegen rechtsradikales Gedankengut beschäftigen. Die Ausstellung ?Rechte Jugendkulturen zwischen Lifestyle, Clique und Partei ? der Arbeitstelle gegen Rechtsextremismus und Gewalt Niedersachsen schärft den Blick auf aktuelle jugendkulturelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Die Ausstellung ?Man hat sich hierzulande daran gewöhnt... Antisemitismus in Deutschland heute? der Antonio Amadeu Stiftung Berlin beschäftigt sich mit den Bedrohungen und Gewalttaten der Neo-Nazis . Beide Ausstellungen wurden kombiniert mit dem Film ?Mädchen und Frauen in der rechten Szene.?

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Gesucht und gefunden wurden Jugendliche, die ehrenamtlich bereit waren, als Scouts Schulklassen durch die Ausstellung zu führen. Hierzu gab es zwei Workshops. Im ersten Workshop wurde mit Mitteln der Theaterpädagogik Präsenz, Rhetorik, Stimmtraining und „Fragen provozieren“ trainiert, um die Jugendlichen auf die Aufgabe vorzubereiten. Der zweite Workshop fand in den aufgebauten Ausstellungen statt und bereitete die inhaltliche Präsentation der Ausstellungen vor. In Rollenspielen wurden mögliche Situationen trainiert, wie der Umgang mit provokativen Fragen von Schülern oder schlechtes Benehmen von einzelnen Schülern. Als Zusammenfassung der Workshops bekam jeder Scout ein Merkheft in die Hand, als Erinnerungsstütze vor jeder Führung noch einmal nachzulesen. Jeweils 2 Scouts übernahmen die Führung einer Schulklasse.

Eröffnet wurden die Ausstellungen im Haus der Bremischen Bürgerschaft (Bremer Landesparlament) vom Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber mit einem Grußwort des Bremer Bürgermeisters Jens Böhrnsen. Einige Szenen aus der Theaterinszenierung „Die Welle-ein Experiment“ wurden dabei aufgeführt.
 
Im Verlauf der Ausstellungsdauer vom 1.4.-18.4.2008 wurden von den Scouts   750 Schüler sehr intensiv durch die Ausstellungen geführt. Die Schüler bekamen Klebepunkte, die sie auf die Tafeln der Ausstellung kleben konnten, die sie am meisten interessiert .die so markierten Tafeln standen dann im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den Scouts und den Schülern, wodurch sich Diskussionen in aufgelockerter Form auf gleicher Augenhöhe ergaben. Für die Scouts waren die Führungen eine wichtige persönliche Erfahrung, lernten sie doch freie Rede vor einem Publikum, Diskussionsstil und Präsenz vor der Gruppe. Besonders intensiv waren die Diskussionen mit überwiegend türkisch /arabischen Migranten. Hier galt es berechtigte Kritik am Staat Israel im Konflikt mit den Palästinensern vom Antisemitismus zu unterscheiden.
 
Am 3.April hatte dann das Theaterstück „Die Welle-Ein Experiment“ im Schnürschuh Theaterhaus Premiere. Bis zu den Sommerferien gab es über 50 ausverkaufte Aufführungen hier in Bremen sowie Tournee - Aufführungen auf Spiekeroog und in Sulingen/Niedersachsen. Dabei wurden 5000 jugendliche Zuschauer erreicht, wobei es in den Gesprächen nach dem Stück um die Verführbarkeit junger Menschen durch die rechtsradikale Ideologie ging.
 
Das Theaterstück „Die Welle –ein Experiment“ wird auch nach den Sommerferien im Spielplan des Schnürschuh Theaters weiter aufgeführt, wodurch auch eine Nachhaltigkeit des Projektes gewahrt wird.
 

Schnürschuh Theater Bremen in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung Berlin und der Arbeitstelle gegen Rechtsextremismus und Gewalt Niedersachsen und mit Beteiligung des Stand-up Festivals Bremen


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