Kleine Brüder über Huckel(riede) in Leben

Das Projekt wird in vier Modulen mit folgenden Inhalten durchgeführt:
1. "Standortklärung" der Gruppe und ihrer Mitglieder in einem Wochenendworkshop im Lidice Haus. Abbau von Kommunikationshemmnissen und Vorbereitung weiterer Aktivitäten.
2. Veränderung des Freizeitverhaltens und Verbesserung der Freizeitqualität im Wohnquartier durch den Bau eines Bolzplatzes gemeinsam mit der Polizei. Gestaltung eines Raumes, Ladengeschäftes, das von der Wohnungsbaugesellschaft und dem AfSD zur Verfügung gestellt wird.
3. Teilnahme am dreitägigen Projekt "Knast ist nicht cool". Dieses Projekt gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, den Strafvollzug aus dem Blickwinkel von langjährig Inhaftierten zu sehen, mit dem Ziel des Abbaus eines glorifizierten Knastmythos.
4. Erarbeitung einer Stadtteilkarte aus Perspektive jugendlicher Interessenschwerpunkte zu den Themen Freizeitangebote und Jugendhilfeeinrichtungen. In den Vor- und Nachbereitungsphasen dieser Module wird ein regelmäßiger beratender und begleitender Kontakt durch einen aufsuchenden Arbeitsansatz zu den Jugendlichen gehalten, um als feste Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Geplant ist eine Dokumentation des Projektes, um bei erfolgreicher Umsetzung ggf. als Modell für vergleichbare Gruppenkonstellationen dienen zu können.

 Ziele: 

Mit diesem Projekt wirken wir darauf hin, Jugendliche präventiv zu erreichen und der Verfestigung in delinquenten Strukturen entgegenzuwirken. Hierzu sollen freizeitpädagogische Angebote (z.T. stadtteilübergreifend) mit Ihnen gemeinsam entwickelt und durchgeführt sowie berufliche Perspektiven und Handlungsschritte ausgearbeitet werden. Zudem wird die Heranführung und Integration der Jugendlichen in bestehende Einrichtungen und Angebote angestrebt. In diesem Projekt stehen die Beteiligungsformen von Jugendlichen im Mittelpunkt.
 
Zielgruppe:
Zielgruppe ist eine Gruppe von z.Zt. 13 männl. Jugendlichen im Alter zwischen 16-17 Jahren mit Migrationshintergrund (türkisch, kurdisch, arabisch) und erheblichen Deisintegrationserfahrungen. Alle Jugendlichen sind strafrechtlich in Erscheinung getreten und wohnen überwiegend am Niedersachsendamm, ein Quartier, in dem traditionell nur Menschen mit Migrationshintergrund leben und in dem in den letzten Monaten ein hohes Konfliktpotential deutlich geworden ist. Ausgehend von einer Gefährdungsansprache durch die Polizei wurde der Kontakt zu den Jugendlichen aufgenommen.
 
Ein Kooperationsprojekt von Vaja e.V. Amt für Soziale Dienste, Wohnbaugesellschaften und Polizei in Bremen
   
Projektzeitraum: 15.3.-31.12.2008
 
Träger: Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V. (VAJA)
Petra Brandt, Eduard-Grunow-Str. 24, Tel: 76266, Fax: 76252, info@vaja-bremen.de, www.vaja-bremen.de.

 


Aus „kleinen Brüdern“ wird ein „Gemüseladen“

 
2008 ist aus Mitteln des Lokalen Aktionsplans „Vielfalt Bremen“ das VAJA-Projekt „Kleine Brüder – über Huckel(riede) ins Leben“ gefördert worden. Dieses Projekt, das auch 2009 fortgeführt wird, richtet sich insbesondere an jüngere Jugendlichen im Stadtteil Huckelriede, einem Gebiet mit einem hohen Anteil von Einwohnern/-innen mit Migrationshintergrund, die auf Grund ihrer Ausgangsbedingungen möglicherweise eine kriminelle oder gewalttätige „Karriere“ vor sich haben.
Bei der Durchführung dieses Projekts arbeitet VAJA zusammen mit dem Amt für Soziale Dienste, der Polizei und dem Roten Kreuz. Gleichwohl eine ausführliche Auswertung des Projekts noch nicht vorliegt, ist die Zusammenarbeit so erfolgreich gewesen, dass man mit weiteren Partnern nunmehr gemeinsam direkt am Niedersachsendamm, das Zentrum von Huckelriede, eine Einrichtung gegründet hat, die altersübergreifend genützt werden kann. In einem ehemaligen Gemüseladen werden sowohl VAJA, wie auch das AfSD, das WIN-Quartiersmanagement, der Landessportbund sowie das DRK ihre Aktivitäten und Dienste anbieten. VAJA’s Regionalteam-Süd wird beispielsweise die Räume zeitweilig für ihre aufsuchende Jugendarbeit im Bereich Huckelriede einsetzen, der Landessportbund wiederum für Tanzkurse mit Kindern. Insgesamt also eine positive Entwicklung zur Sicherung der Nachhaltigkeit von Angeboten in einem sozial-benachteiligten Stadtteil, was u.a. auch auf den Einsatz von Präventionsmittel aus dem Lokalen Aktionsplan zurück zu führen ist.

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