Mitte 2007 hat sich in Bremen die Kampagne Ladenschluss bestehend aus Mitgliedern verschiedener antifaschistischer Gruppen und Einzelpersonen, unterstützt durch das Bremer Bündnis gegen Rechts, die Rosa Luxemburg Initiative, den DGB und Standpunkt Bremen, gegründet. Die Kampagne stellt eine Reaktion auf die bestehenden und weiter wachsenden Geschäftsstrukturen der Bremer Nazi-Szene dar.
Geschäfte mit rechten Modemarken und rechter Musik spielen eine zentrale Rolle in der Neonazistischen Szene, sie dienen propagandistischen Zwecken und der Finanzierung rechter Strukturen. Außerdem stellen sie ein Vernetzungs- und Rekrutierungsfeld für Neonazis dar.
Um die lokalen Geschäftsstrukturen der Nazis öffentlich bekannt und damit angreifbar zu machen, veröffentlichte die Kampagne Ende 2007 die Broschüre 'Ladenschluss ? Naziläden machen dicht', die bisher 1000fach verteilt wurde. In dieser werden die Geschäfte, Versande und zentralen Akteure aufgezeigt, die sich zwar zum Teil unpolitisch geben, jedoch nachweislich einen Teil des Gerüsts der Bremer Nazi-Szene bilden. Um ein weitergehendes Grundwissen über Nazi-Symboliken, Rechtsrock sowie rechten Lifestyle, der heutzutage viel mehr als Springerstiefel und Bomberjacke umfasst, zu bilden, findet seit Anfang April 2008 eine Vortragsreihe in Tagungshäusern in ganz Bremen statt.
Ziel der Kampagne ist es, durch größtmöglichen öffentlichen Druck eine Schließung der Geschäfte und Versande zu erwirken, um so die Bremer Nazi-Szene einer ihrer Finanzierungs- und Vernetzungsmöglichkeiten zu berauben und sie dadurch maßgeblich zu schwächen.
